Typ-2-Diabetes verhindern: Wie moderne Forschung Prävention neu denkt

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Typ-2-Diabetes entsteht nicht von heute auf morgen. Die Krankheit entwickelt sich schleichend, oft über Jahre. Genau deshalb rückt die Frage in den Fokus: Wie kann man rechtzeitig gegensteuern – bevor die Diagnose gestellt wird?
Forschende des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) arbeiten daran, Risikopersonen früh zu erkennen, ihr Erkrankungsrisiko zu senken und im besten Fall eine Remission – also wieder normale Blutzuckerwerte – zu erreichen.
Von der Volkskrankheit zur gezielten Prävention
Früher galt Prävention bei Typ-2-Diabetes oft als allgemeiner Rat: „besser essen, mehr bewegen“. Heute geht die Forschung deutlich weiter.
Die zentrale Idee:
- Risikogruppen früh identifizieren
- Subtypen des Diabetesrisikos unterscheiden
- Maßnahmen passgenau auf diese Gruppen zuschneiden
So entsteht aus allgemeinen Empfehlungen eine Präzisionsprävention: Menschen mit ähnlichem Risiko‑Profil bekommen gezieltere Strategien, statt alle die gleiche Standardempfehlung.
Die Prevention T2D Academy: Labor für neue Präventionsstrategien
Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit ist die Prevention T2D Academy. Sie bündelt Forschende, die sich auf drei Fragen konzentrieren:
- Welche Mechanismen im Körper schützen vor Typ-2-Diabetes?
- Wie lassen sich wirksame Präventionsmaßnahmen in Studien nachweisen?
- Wie kann man erfolgreiche Strategien in den Alltag und das Gesundheitssystem bringen?
Dafür werden sowohl Grundlagen im Stoffwechsel untersucht als auch konkrete Programme in klinischen Studien getestet.
Lebensstil im Fokus: Was Studien zu Prädiabetes zeigen
Ein Beispiel für diese Arbeit ist die multizentrische DZD‑Interventionsstudie „Prediabetes Lifestyle Intervention Study“ (PLIS).
- Teilnehmende mit hohem Typ‑2-Diabetes‑Risiko wurden begleitet.
- Im Mittelpunkt stand eine gezielte Änderung des Lebensstils.
- Erste Auswertungen zeigen vielversprechende Ergebnisse: Durch konsequente Anpassung von Verhalten und Gewohnheiten lässt sich das Risiko deutlich beeinflussen.
Wichtiger Begriff dabei ist die Remission von Prädiabetes: Gemeint ist die Rückkehr zu gesunden Blutzuckerwerten, bevor ein manifester Typ‑2-Diabetes entstanden ist.

Präzisionsprävention: Nicht alle haben das gleiche Risiko
Nicht jede Person mit erhöhtem Blutzucker profitiert gleich stark von derselben Maßnahme. Die Forschung zeigt, dass es verschiedene Subtypen des Diabetesrisikos gibt.
Die Idee der Präzisionsprävention:
- Risikopersonen werden feiner eingeteilt, zum Beispiel nach Stoffwechselprofil und Reaktion auf bestimmte Interventionen.
- Für diese Untergruppen werden zielgerichtete Programme entwickelt.
- In Studien wird geprüft, wer von welcher Maßnahme besonders profitiert.
So lässt sich Prävention spezifischer planen – mit besseren Chancen, dass Betroffene wirklich profitieren.
Was im Körper passiert: Mechanismen und Schutzfaktoren
Damit Prävention gezielt ansetzen kann, müssen Forschende verstehen, wie Schutz im Körper funktioniert.
Darum untersucht das DZD:
- Stoffwechselprozesse, die vor Typ‑2-Diabetes schützen oder ihn begünstigen
- Reaktionen des Körpers auf Ernährungsänderungen, Bewegung oder Medikamente
- langfristige Folgen dieser Maßnahmen auf Blutzucker und weitere Risikofaktoren
Die Ergebnisse werden in klinischen Studien mit Teilnehmenden überprüft – also nicht nur im Labor, sondern direkt in der Versorgungspraxis.
Daten, Lipidomik und Machine Learning: Wie Risiko messbar wird
Um Risiko und Schutz besser zu verstehen, setzt die Forschung auf große Datenmengen:
- Bevölkerungsbasierte Kohorten: Langfristig beobachtete Gruppen liefern Informationen, wie sich Stoffwechsel und Risiko über Jahre entwickeln.
- Groß angelegte klinische Studien: Hier werden konkrete Interventionen systematisch getestet.
- Moderne Datenanalysen und Machine Learning helfen, Muster zu finden, die mit höherem oder geringerem Risiko einhergehen.
Ein besonderer Baustein ist die Lipidomik:
- Dabei werden Fettmoleküle im Blut sehr detailliert analysiert.
- Veränderungen im Lipidprofil geben Hinweise auf kardiometabolische Risiken und darauf, wer besonders gut auf bestimmte Ernährungstherapien anspricht.
So entstehen Ansätze für Prävention und Ernährungstherapie, die stärker an der Biologie der Einzelnen orientiert sind.
Vom Labor in den Alltag: Risiko-Tools und Gesundheitssystem
Damit Forschung nicht im Fachartikel stecken bleibt, werden im DZD auch Risikovorhersagetools entwickelt:
- Basis sind langfristige Bevölkerungsstudien in Deutschland.
- Die Modelle sollen helfen, Typ‑2-Diabetes‑Risiko genauer einzuschätzen – nicht nur für Einzelne, sondern auch auf Bevölkerungsebene.
Ergänzend fließen gesundheitsökonomische Analysen ein. Sie prüfen:
- Wie kosteneffektiv sind präventive Maßnahmen?
- Unter welchen Bedingungen lohnt sich eine breite Umsetzung im Gesundheitssystem?
Ziel ist, dass erfolgreiche Strategien ihren Weg in Klinik, Praxis und öffentliche Gesundheitsprogramme finden.

Was bedeutet das für Menschen mit Risiko?
Aus Sicht von Betroffenen und Risikopersonen lässt sich die aktuelle Forschung so zusammenfassen:
- Früher handeln lohnt sich: Schon in der Phase des Prädiabetes kann eine gezielte Lebensstiländerung zu einer Remission führen.
- Nicht jeder braucht das Gleiche: Künftige Präventionsprogramme werden voraussichtlich stärker zwischen Subtypen des Risikos unterscheiden.
- Präzisionsprävention verbindet Biologie und Alltag: Labordaten, Studien und praktische Maßnahmen greifen ineinander.
Für den Alltag heißt das: Je besser Risiko und Schutzmechanismen verstanden sind, desto treffsicherer können Ärzt:innen und Fachkräfte Menschen unterstützen, bevor eine manifeste Erkrankung entsteht.
Quelle
Dieser Artikel basiert auf Informationen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD): „Prävention des Typ‑2‑Diabetes“.
Rechtlicher Hinweis (Disclaimer)
Wir sind keine Ärztinnen oder Ärzte und stellen keine Diagnosen. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Wenn Sie Beschwerden haben oder sich um Ihr Diabetesrisiko sorgen, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder eine Fachpraxis.




